Experten warnen vor weiterer Zuspitzung des Atomstreits mit Iran

Evangelischer Pressedienst vom 2.2.


 Köln (epd). Der SPD-Abrüstungsexperte Rolf Mützenich hat vor einer
weiteren Zuspitzung des Atomstreits zwischen Iran und dem Westen
gewarnt. «Wir müssen alles dafür tun, dass diese Atomkrise friedlich
gelöst wird, und dafür gibt es Chancen», sagte das Mitglied des
Auswärtigen Ausschusses des Bundestages am Mittwochabend bei einer
Diskussionsveranstaltung der evangelischen Kirche in Köln. Der
SPD-Politiker wandte sich strikt gegen einen möglichen Angriff auf
iranische Atomanlagen, auch wenn alles darauf hindeute, dass das
Atomprogramm Teherans «leider auch eine militärische Komponente hat».
Auch der iranische Exilpolitiker Mehran Barati betonte beim
«Dellbrücker Forum», es wäre «das Falscheste, mit einem Angriff zu
drohen». Es gebe andere Möglichkeiten, Druck auszuüben. Dazu zählt
der Politiker des iranischen Reformbündnisses Iranian Republican
Union das Einfrieren von Konten der iranischen Führungsriege bei
europäischen Banken.
Mützenich begrüßte, dass Russland und China in die diplomatischen
Bemühungen um eine Lösung des Konflikts eingebunden seien. Dadurch
könne mit harten Sanktionen Druck auf die Regierung in Teheran
ausgeübt werden, auf die umstrittene Urananreicherung zu verzichten.
Für den Kölner Politikwissenschaftler Thomas Jäger ist «die
Eskalation im Gang». Er warnte, ein Staat, der einmal in den Besitz
von Atomwaffen gelangt sei, wolle auf diese Waffen künftig nicht mehr
verzichten: «Der Geist, der aus der Flasche draußen ist, wird nicht
wieder darin zurückkehren», sagte der Politologe. (d20590/2.2.2006)
epd-West ago igl