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Zwei Chefs und der Zorn des Volkes




Die Parteichefs Jochen Ott (SPD) und Richard Blömer (CDU) stellten sich den Fragen der Öffentlichkeit.

Ein Sumpf ist gemeinhin eine recht schmuddelige Sache. Tückisch auch, denn wo immer man seinen Fuß hinsetzt, man läuft Gefahr, darin einzusinken und nie wieder aufzutauchen. Ein ähnliches Bild zeichnete der Journalist Arnd Henze am Donnerstagabend beim „Dellbrücker Forum“, und er meinte damit die gegenwärtige Lage der Kölner Lokalpolitik im allgemeinen und die der SPD im besonderen. „Wenn ich mich außerhalb der Stadt als Kölner oute, muss ich mich dafür schon rechtfertigen“, schimpfte da etwa Richard Blömer, Chef der Kölner CDU. Blömer war zusammen mit seinem Amtskollegen Jochen Ott von der SPD aufs Podium eingeladen worden, um die eigenen Standpunkte klar zu machen und sich den Fragen der Öffentlichkeit zu stellen. Thema des Abends: „Ausgeklüngelt!“

 

„Man muss genau hinsehen, wer wie beteiligt ist und die Schuld individuell prüfen“, sagte SPD-Mann Ott und wehrte sich damit gegen den Verdacht, keinen wirklich harten Schnitt machen zu wollen. Geäußert hatte dies Wolfgang Brüser, Chefreporter des „Kölner Stadt-Anzeiger“ und ebenfalls Podiums-Teilnehmer. Neben den vielen teils erzürnten Anwürfen und Fragen aus dem Publikum quer durch die Kölner Lokalpolitik der vergangenen Jahre ging es vor allem um Möglichkeiten, derartige Affären in Zukunft zu vermeiden. Während SPD-Chef Ott grundsätzlich in Frage stellte, ob in einer Stadt ansässige Unternehmen überhaupt Geld an lokale Parteien spenden sollten, betonte Blömer, dass vor allem die CDU dringend auf Zuwendungen angewiesen sei. Er verwies dagegen auf den von seiner Partei geplanten Ehrenkodex, der Verhaltensregeln für Kommunalpolitiker enthält.