18 Jahre Forum

 

Im Herbst 2007 feiern wir ein doppeltes Jubiläum: 100 Dellbrücker Foren in 15 Jahren.

 

Dass sich das „Dellbrücker Forum“ nach dem Kölner Stadtteil „Dellbrück“ nennt, ist Programm. Denn das Unverwechselbare dieser Veranstaltungen ist der Versuch, die wichtigen politischen Themen dort  zu diskutieren, wo sie in einer Demokratie hingehören: im öffentlich zugänglichen Raum, ohne elitären Dünkel und ohne politische Gesichtskontrolle: offen für alle Altersgruppen, Berufe oder Studiengängen, Konfessions- und Parteizugehörigkeiten. Längst kommt allerdings auch das Fachpublikum zu den Foren auf die Kölner „Schäl Sick“ – von den Unis in Köln, Bonn und aus dem Ruhrgebiet, aus Ministerien und UNO-Einrichtungen. Und selbst aus dem „feindlichen“ Düsseldorf hat es schon Interessierte nach Dellbrück gezogen.

Vielleicht braucht es gerade den (inzwischen oft überfüllten) Raum einer Kirchengemeinde, um Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, die sonst mehr übereinander als miteinander reden: wenn Globalisierungskritiker von "Attac" und leitende Mitarbeiter des Bayer-Konzerns einen langen Abend über die Frage "Wer zähmt die Globalisierung?" streiten, dann gehört das zu den Sternstunden des Forums. Genauso, wenn Chefärzte, Medizinstudenten, Patienten und Krankenschwestern über ein gerechtes Gesundheitssystem diskutieren. Und immer wieder musste in den letzten Jahren die Frage nach der Rechtfertigung von militärischer Gewalt neu gestellt werden  – im harten Streit, aber ohne dass die Antwort vorher schon fest und Andersdenkende ausgegrenzt werden. Mehrfach haben wir mit dem „Amerikahaus Köln“ kooperiert, das uns für die wichtigen transatlantischen Streitfragen Referenten aus den USA vermittelt hat.

 

Es ist  kein Zufall, dass das „Dellbrücker Forum“ vor 18 Jahren mit einem außenpolitischen Thema begann. Unter der Frage „Den Krieg wieder lernen?“ ging es um den Somalia-Einsatz der Bundeswehr – damals noch als Gespräch am runden Tisch und ganz ohne Referenten. Die kamen erst dazu, als sicher war, dass es ein ausreichend großes Stammpublikum für solche Themen gibt. Inzwischen liegt die durchschnittliche Teilnehmerzahl  bei über 250 Besuchern – die Fotos auf dieser Seite stammen aus einer Zeit, als der Saal noch ausreichte.

 

Wer regelmäßig die Foren besucht, konnte über die Jahre mit einem breiten Querschnitt an Entscheidungsträgern und Experten diskutieren, z.B.:

 

    - Führende Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen

    - Kirchenvertreter wie Präses Manfred Kock und Bischof Rolf Koppe

    - Miltärs wie die Generäle Wolfgang Altenburg, Klaus Reinhardt und Walter Jertz

    - Vertreter von Menschenrechts-, Friedens-, Umwelt- und 3.Welt-Organisationen

    - Journalisten wie Gerd Ruge, Thomas Roth und  Sonia Mikich

    - Mitglieder aus Bundes- und Landesregierung wie Karsten Voigt, Armin Laschet, Hannelore Kraft, Matthias Berninger, Walter Stützle und Uschi Eid.

    - Hans von Sponeck und Karl-Theodor Paschke als UN-Vizegeneralsekretäre a.D.

    - Rudi Völler, Jürgen Flimm, Prof. Friedhelm Hengsbach,  Prof.Thomas Jäger, Andreas Zumach sowie Referenten aus Israel, USA, Frankreich und Polen

 

Neben außen- und gesellschaftspolitischen Themen greift das „Dellbrücker Forum“ auch immer wieder lokale Themen auf: Fluglärm und Müllpolitik, Korruption und Kölscher Klüngel.

 

Als Veranstaltung der Evangelischen Kirche legt das „Dellbrücker Forum“ großen Wert auf parteipolitische Unabhängigkeit. Gleichwohl gibt es eine inhaltliche Orientierung an die zentralen Themen der weltweiten ökumenischen Diskussion: Gerechtigkeit, Frieden, Erhalt der Umwelt. Unabhängigkeit bedeutet nicht Beliebigkeit!

 

Alle Referenten verzichten übrigens auf Honorare – auch sonst wird alles ehrenamtlich vorbereitet. Der Eintritt ist frei – alles andere würde dem Anspruch des Forums widersprechen. Trotzdem ist das Forum auf Spenden angewiesen (s.“Unterstützung“).

 

Ein Überblick über einige der bisherigen Themen und Referenten findet sich nach Jahren geordnet im Archiv.